Bitcoin-ETP aus Europa kaufen – so geht es wirklich
Seit dem Start der US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs Anfang 2024 ist das Interesse an Bitcoin als Anlageklasse auch in Europa deutlich gestiegen. Doch wer über eine deutsche oder österreichische Depotbank in Bitcoin investieren möchte, stößt schnell auf eine erste Verwunderung: Einen „Bitcoin-ETF“ im klassischen Sinne gibt es in Europa (noch) nicht. Was es stattdessen gibt – und wie man es kauft – erkläre ich hier.
ETF oder ETP – was ist der Unterschied?
In der EU schreibt die UCITS-Richtlinie vor, dass ein Fonds ausreichend diversifiziert sein muss. Ein Fonds, der ausschließlich Bitcoin hält, erfüllt diese Anforderung nicht – weshalb es in Europa technisch gesehen keine Bitcoin-ETFs gibt, sondern Bitcoin-ETPs (Exchange Traded Products) oder Bitcoin-ETNs (Exchange Traded Notes).
Der praktische Unterschied für den Anleger ist gering: Bitcoin-ETPs sind an regulierten Börsen handelbar, werden in Euro abgerechnet und erscheinen ganz normal im Depot. Im Hintergrund hält der Anbieter echte Bitcoin als Sicherheit – sogenannte „physisch hinterlegte“ Produkte.
Welche Produkte gibt es?
Die bekanntesten in Deutschland handelbaren Bitcoin-ETPs (Stand 2026):
| Produkt | Anbieter | Börse | Kürzel |
|---|---|---|---|
| Bitcoin ETP | 21Shares | Xetra, Frankfurt | ABTC |
| ETC Group Bitcoin ETP | ETC Group | Xetra, Frankfurt | BTCE |
| Bitcoin ETP | Invesco | Xetra | BTIC |
| Bitcoin ETN | VanEck | Xetra, Euronext | VBTC |
Alle genannten Produkte sind physisch durch Bitcoin hinterlegt. Jährliche Verwaltungsgebühren liegen typischerweise zwischen 0,65 % und 1,5 % p.a.
Wo kaufen?
Bitcoin-ETPs sind über die meisten deutschen Online-Broker handelbar. Folgende Plattformen bieten Zugang zu Xetra und damit zu den oben genannten Produkten:
- Trade Republic – Sparplan möglich, geringe Orderkosten
- Scalable Capital – Sparplan und Einmalkauf, große ETP-Auswahl
- flatex – Klassische Depotbank, Xetra-Zugang
- ING, DKB, Comdirect – Etablierte Banken mit Börsenhandel
Wer bereits ein Depot hat, sucht einfach nach der ISIN oder dem Kürzel des gewünschten Produkts – und kann dann wie bei einer Aktie kaufen.
Steuern: Was gilt in Deutschland?
Bitcoin-ETPs unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer (25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) – genau wie Aktien oder klassische ETFs. Gewinne aus dem Direktkauf von Bitcoin hingegen sind nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei.
Wer langfristig investiert und die Einjahresfrist einhalten kann, fährt steuerlich mit dem direkten Bitcoin-Kauf oft günstiger. Wer kurzfristiger handelt oder das Depot als zentralen Verwaltungsort bevorzugt, für den kann ein ETP der einfachere Weg sein.
ETP oder direkter Bitcoin-Kauf – wann was?
Bitcoin ETP passt, wenn…
- Sie bereits ein Depot haben und es einfach halten wollen
- Sie regelmäßig per Sparplan investieren möchten
- Sie keine eigene Wallet verwalten möchten
- Sie institutionell investieren und UCITS-Produkte bevorzugen
Direkter Kauf passt besser, wenn…
- Sie langfristig investieren und die Steuerfreiheit nach 1 Jahr nutzen wollen
- Sie volle Kontrolle über Ihre Bitcoin möchten (Self-Custody)
- Sie größere Summen investieren und keine laufenden Produktgebühren zahlen wollen
- Ihnen die Unabhängigkeit von Drittanbietern wichtig ist
Fazit
Bitcoin-ETPs sind ein legitimer und seriöser Weg, um Bitcoin-Exposure im gewohnten Depot aufzubauen – besonders für Einsteiger, die keine eigene Wallet einrichten möchten. Wer tiefer einsteigen will und die steuerlichen Vorteile des Direktkaufs nutzen möchte, sollte sich mit Self-Custody beschäftigen.
Beide Wege haben ihre Berechtigung – es kommt auf Ihre Situation an. Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Sie passt, sprechen Sie mich gern an.
Hinweis: Genannte Produkte und Anbieter dienen ausschließlich der sachlichen Illustration. Dies ist keine Kauf- oder Produktempfehlung. coindiff erhält keine Provisionen oder Affiliate-Vergütungen.
Noch Fragen zu Bitcoin-ETPs oder direktem Bitcoin-Kauf?
